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Harvey

Harvey

Domain-spezifisches Large-Language-Modell für Anwaltskanzleien

CloudPrimärmarkt US5 Sprachen

Überblick

Generative KI-Plattform für Großkanzleien und In-House. Dokumenten-Analyse, Recherche, Vertragsentwurf, Due-Diligence, Memo-Drafting, M&A-Workflows. iManage- und Microsoft-365-Integration. Multi-Region; EU-Datacenter seit 2024.

Über den Anbieter

Harvey

San Francisco-basierte Legal-AI-Plattform für Großkanzleien und In-House. ~800+ Mio. USD Funding bis 2024/2025 (Sequoia, Kleiner Perkins, GV, OpenAI Startup Fund). Strategische OpenAI-Partnerschaft seit 2022. EU-Region seit 2024.

Funktionen

Kernfunktionen aus Hersteller-Doku und verifizierter Recherche.

  • Domain-spezifisches Large-Language-Modell

    Eigenes Foundation- und Tuning-Setup für Big-Law-Workflows; gemeinsame Modellentwicklung mit OpenAI und eigenen Fine-Tunes.

  • Dokumentenanalyse und Memo-Drafting

    Multi-Doc-Q&A über DMS-Bestände, automatische Memos und Diskussionspapiere, M&A-spezifische Workflows.

  • iManage- und Microsoft-365-Integration

    Tiefe Anbindung an die Standard-DMS und Office-Stacks von Großkanzleien.

  • Multi-Region inkl. EU-Datacenter

    EU-Datacenter seit 2024 produktiv — relevant für europäische Großkanzleien mit DSGVO-Anforderungen.

  • Due-Diligence- und M&A-Workflows

    Vorgefertigte Use-Case-Templates für Due Diligence, Contract Review, Closing-Memos.

Preise

Quellen direkt verlinkt. Stand: 2026-05-20.

TarifModellAbrechnungPreisQuelle
Mid-Market (Drittquellen-Schätzung)per/usermonthly1.116 €auf Anfrage
AmLaw 100 (Drittquellen-Schätzung)per/usermonthly1.395 €auf Anfrage
Enterprise (Vendor-Angebot)per/userannualAuf Anfrageauf Anfrage

Harvey veröffentlicht keine Listenpreise. Aus Drittquellen kursieren $1.200–$2.000/Sitz/Monat mit 20-Sitz-Mindestabnahme und 12-Monats-Bindung, was eine Jahresfloor von rund $288.000 ergibt. Berichtete Big-Law-Deals liegen bei >$1 Mio./Jahr. Harvey erreichte im Januar 2026 $190 Mio. ARR und wurde im April 2026 mit $11 Mrd. bewertet.

Eignung nach Kanzleigröße

Score 0-100 basierend auf Vendor-Positionierung, Pricing-Modell und Feature-Tiefe.

Einzelanwalt
5 / 100

Pricing & Sales-Modell sprengen Solo-Budget komplett

Boutique (2–5)
15 / 100

Nicht im Zielsegment

Mittelständisch (6–20)
40 / 100

Selten gewählt

Große Sozietät (21–50)
65 / 100

Möglich bei stark internationaler Praxis

Großkanzlei (51–200)
85 / 100

Sweet-Spot beginnt hier

Internationale Großkanzlei
95 / 100

Kernsegment — Big-Law

Integrationen

Bekannte native, API- und Drittanbieter-Anbindungen.

  • iManageNativ
  • Microsoft 365Nativ
  • NetDocumentsNativ
  • SharePointNativ
  • API für Custom-IntegrationAPI

Security & DSGVO

Hosting, Zertifikate und Drittland-Risiko aus Vendor- und Drittquellen.

Hosting-Standort

Multi-Region (EU-Datacenter seit 2024)

US-Datentransfer-Risiko

Mittel

ISO 27001Ja
SOC 2Ja
BSI C5Nein / k. A.
TISAXNein / k. A.
EU-StandardvertragsklauselnJa
Sub-Processors offengelegtJa

Harvey ist US-Unternehmen mit OpenAI als Schlüssel-Sub-Processor. EU-Hosting ist verfügbar, die Konzernstruktur bleibt US-zentriert — für deutsche Großkanzleien mit §43e BRAO und §203 StGB-Schutzbedürfnis ist die Risikobewertung individuell zu führen.

Migration & Onboarding

Komplexität
3 / 5
Onboarding-Dauer
412 Wochen
Datenquellen
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Direktvertrieb Harvey Customer Success; oft begleitet durch Big-Four-Beratung.

Migrationspfade aus Bestandssystemen

  • Von Bestand ohne KI-Tool

    ●●●○○
    ~8 Wochen

    Harvey-Onboarding fokussiert auf Use-Case-Design und Modell-Tuning, weniger auf Datenmigration. iManage-Anbindung wird parallel aufgesetzt.

  • Von Spellbook oder Definely

    ●●○○○
    ~4 Wochen

    Beide Tools koexistieren typischerweise; Harvey wird oft für Big-Law-Workflows eingeführt, ohne andere KI-Tools komplett zu ersetzen.

Alternativen

Produkte mit überlappendem Use-Case oder Zielsegment.

Häufige Fragen

  • Für welche Kanzleien lohnt sich Harvey?

    Für internationale Großkanzleien und größere Boutique-Kanzleien mit M&A-, Due-Diligence- oder Litigation-Schwerpunkt. Unter 50 Berufsträgern und bei rein deutschem Workflow ist die Preisstruktur kaum vertretbar — dort sind Noxtua, Legora oder spezialisierte Vertikallösungen meist die bessere Wahl.

  • Wie ist die DSGVO-Situation einzuschätzen?

    Harvey betreibt EU-Datacenter und legt EU-Standardvertragsklauseln vor. Da OpenAI als Schlüssel-Sub-Processor fungiert und Harvey US-zentriert ist, bleibt ein Drittland-Risiko, das im Mandatsgeheimnis-Kontext (§43e BRAO, §203 StGB) sauber adressiert sein muss. Eine pauschale Unbedenklichkeit kann nicht ausgesprochen werden.

  • Wie verhält sich Harvey zu Noxtua oder Legora?

    Noxtua positioniert sich als souveräne deutsche Alternative mit BSI-C5- und TISAX-Zertifizierung. Legora ist die europäische Direktkonkurrenz mit globalem Footprint. Harvey hat den größten Big-Law-Marktanteil; Noxtua punktet im DACH-Compliance-Kontext, Legora bei skalierender Mid-Market-Adoption.

  • Welche Sprachen unterstützt Harvey?

    Englisch ist der primäre Sprachraum. Deutsch, Französisch, Spanisch und Japanisch sind unterstützt; die Qualität deutscher juristischer Antworten liegt unter dem englischen Standard. Für reine DACH-Praxis ist Noxtua (mit C.H.-Beck-Korpus) qualitativ häufig überlegen.

  • Gibt es kostenlose Trials oder Pilots?

    Pilots werden mit Großkanzleien typischerweise als bezahlte Proof-of-Concepts vereinbart, nicht als Free Trials. Die Dauer liegt bei 4–12 Wochen, der Umfang bei einem klar umrissenen Use-Case (z.B. M&A-Document-Review).

Verdict

Harvey ist der dominante Big-Law-KI-Player mit ARR-Wachstum und Funding, das den Markt prägt. Für DACH-Großkanzleien mit internationaler Ausrichtung ist es einen ernsthaften Pilot wert; für deutsche Mittelstands- oder Boutique-Kanzleien ist die Preisstruktur überdimensioniert und die DSGVO-Risikobewertung anspruchsvoller als bei Noxtua.

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Side-by-side mit allen relevanten DACH-Kanzleisoftware-Anbietern.

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